Was hilft gegen Hass im Netz?Kontroverse Diskussion über Gegenstrategien auf den 15. Augsburger Mediengesprächen

München (ots) – Auf einmal las der Gründer einer Willkommensinitiative für Flüchtlinge seine eigene Todesanzeige auf Facebook. Eine ziemlich makabre Form von \“Hass im Netz\“, die Buchautorin Ingrid Brodnig als Beispiel in ihrer Keynote auf den 15. Augsburger Mediengesprächen schilderte. Es zeigt, welche Aggressionen sich bei gesellschaftlichen Streitthemen entladen können. Medienexperten, Politiker, Kriminologen, Lehrer und Betroffene diskutierten gestern auf Einladung der Augsburger Medien, der Stadt Augsburg und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien über die Frage, was wir gegen Beleidigungen und Hetze im Netz tun können.

\“Hass im Netz\“ könne uns alle treffen, betonte BLM-Präsident Siegfried Schneider zum Auftakt. Ob Hatespeach oder Cybermobbing: \“Beides sind Formen digitaler Gewalt im Netz\“, die schon längst das Stadium des rauen Umgangstones verlassen hätten. Die Adressaten der Hassbotschaften sähen sich an den \“digitalen Pranger\“ gestellt. Der Unterschied zum Mittelalter: \“Die Betroffenen wissen häufig gar nicht, warum sie beschimpft oder bloßgestellt werden und wer dies tut.\“ Die Anonymität des Netzes erhöhe die Aggressionsbereitschaft, bekräftigte auch Eva Weber, Bürgermeisterin der Stadt Augsburg. Mit Webers Frage \“Wird Gewalt salonfähig?\“ setzte sich Brodnig in ihrem Einführungsvortrag auseinander. Sie sieht vor allem drei Gründe für die Härte im Netz: Unsichtbarkeit, fehlende Konsequenzen und die Belohnung von Rüpeln.

Die Grenze der Meinungsfreiheit ist laut Brodnig schnell überschritten: \“Meinungsfreiheit umfasst nicht das Recht, jederzeit und überall andere Menschen zu belästigen.\“ Als Gegenstrategien empfiehlt sie dem Staat die konsequente Anwendung von Gesetzen und jedem Einzelnen das Zeigen von Zivilcourage.

Hilft es auch, einfach den Laptop zuzumachen? So hatte Journalistin Ronja von Rönne auf ihren ersten Shitstorm reagiert. Sie versuchte, die Hetzattacken nicht so persönlich zu nehmen, sondern als Projektionsfläche für Frustrationen zu sehen. Das Abreagieren von Frustrationen und Mobbing unter Jugendlichen und Erwachsenen gab es schon immer, darüber war sich das Podium in Augsburg einig. Allerdings hätten die menschenverachtenden Kommentare auf Internetplattformen wie YouTube und sozialen Netzwerken aufgrund der hohen Reichweite eine andere Wirkung, gab Stefan Glaser von jugendschutz.net zu bedenken. Insbesondere im politischen Extremismus werde Hass als ideologische Strategie eingesetzt, berichtete Glaser, der auch Vorstandsmitglied im \“network against cyberhate\“ ist. Vor allem Kinder und Jugendliche müssten deshalb lernen, dieses Phänomen einzuordnen. Glaser forderte die Übernahme von mehr Verantwortung durch die Plattformen, Prävention durch Medienkompetenzvermittlung und mehr Solidarität mit Betroffenen.

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) gibt es seit 1. Oktober 2017 härtere gesetzliche Normen gegen Hass im Netz. Auch wenn der Druck auf die Plattformbetreiber dadurch erhöht werde, habe das NetzDG Schwachstellen, meinten die meisten Podiumsteilnehmer. Das Gesetz sei mit \“heißer Nadel gestrickt\“ und müsse nachgebessert werden, kritisierte Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien. Die starren Löschfristen seien nicht praktikabel. Fragwürdig sei auch die Verantwortung der Internetunternehmen selbst für das Löschen von Inhalten. Außerdem helfe nationale Gesetzgebung als Mittel gegen Hassbotschaften im globalen World Wide Web nur begrenzt. \“Allein mit neuen Gesetzen kommen wir nicht weiter\“, sagte Pschierer, der für eine stärkere Sensibilisierung der jungen User für den Umgang mit Hass im Netz plädierte.

Mehr gesetzliche Normierung forderte dagegen Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger vom Institut für Polizeiwissenschaft. Wir hätten es als Gesellschaft bis heute nicht verstanden, uns im digitalen Raum an Regeln und Gesetze zu halten, sagte Rüdiger. Am Rechtsstaat im Internet herrsche kein Interesse, viel zu wenige Fälle würden bisher angezeigt. Auf die Frage von Moderatorin Sandra Rieß, ob die Gefahr bestehe, dass sich Hass im Netz auch auf die analoge Welt überträgt, antwortete Rüdiger. \“Wenn du im Netz das Gefühl hast, dass du machen kannst, was du willst, entwickelt sich ein Enthemmungsprozess.\“ Seine Frage ans Podium: Wollen wir eigentlich, dass die Hater ihre Meinung ändern oder wollen wir, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr damit konfrontiert werden?

Gerade die jungen Menschen bräuchten Unterstützung mit Blick auf das lange nicht ernst genommene Problem Cybermobbing, so die Erfahrung von Gertrud Nigg-Klee, 1. Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Bezirk Schwaben. Die verbindliche Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule könne helfen, viel wichtiger aber sei noch die Stärkung der Sozialkompetenz der Kinder durch die Schulsozialarbeit. Wie wichtig – gepaart mit Sozialkompetenz – das Durchschauen der Mechanismen in der digitalen Welt ist, betonte Ronja von Rönne: \“In einer Welt, in der alles bewertet wird, muss man erstmal checken, dass man Menschen z.B. nicht in drei Kategorien steckt und danach bewertet.\“

Mehr Informationen und Fotos im Internet unter https://medienpuls-bayern.de/event/augsburger-mediengesprache-7

Kontakt:

Bettina Pregel
nStellv. Pressesprecherin
nTel.: (089) 63808-318
nbettina.pregel@blm.de



Was hilft gegen Hass im Netz?
Kontroverse Diskussion über Gegenstrategien auf den 15. Augsburger Mediengesprächen Unternehmenskauf

Wenige Unternehmen legen finanzielle Risiken des Klimawandels offen / KPMG-Studie untersucht 4.900 Unternehmensberichte

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Berlin (ots) – 60 Prozent der größten Unternehmen weltweit berücksichtigen Nachhaltigkeitsthemen in ihrem Jahresabschluss, doch nur jedes vierte geht dabei auch auf finanzielle Risiken ein, die sich aus dem Klimawandel für das eigene Geschäft ergeben (28 Prozent). Das ist das Ergebnis des KPMG Survey of Corporate Responsibility Reporting 2017 (http://bit.ly/2gyFhSU), für den 4900 Unternehmensberichte der jeweils 100 größten Unternehmen in 49 Ländern sowie die Berichte der weltweit 250 umsatzstärksten Unternehmen (\“G250\“) unter die Lupe genommen wurden.

Nur in fünf der untersuchten 49 Länder berichtet die Mehrheit der größten Unternehmen über finanzielle Risiken des Klimawandels: Taiwan (88 Prozent), Frankreich (76 Prozent), Südafrika (61 Prozent), USA (53 Prozent) und Kanada (52 Prozent). In den meisten dieser Fälle ist die Offenlegung von klimabezogenen Risiken entweder gesetzlich vorgeschrieben oder wird zumindest von der Regierung, der Börse oder der Finanzaufsicht empfohlen.

Christian Hell, Senior Manager Sustainability Services bei KPMG: \“Der Druck auf Unternehmen, sich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinanderzusetzen, wächst. Ihre Zahl nimmt auch weltweit zu, doch besteht hier noch viel Potenzial. Zwar ist das allgemeine Bewusstsein in Deutschland gerade unter den umsatzstärksten Unternehmen verbreiteter als im internationalen Vergleich, jedoch besteht insbesondere im Hinblick auf umfassende und systematische Analysen des potenziellen Marktrisikos auch hierzulande noch deutlich Nachholbedarf. Vor allem auf aus dem Klimawandel resultierende Finanzrisiken wird vergleichsweise selten eingegangen. Wer diese aber nicht offenlegt, könnte Investoren verlieren und auf diese Weise ungewollt die Kapitalkosten und den Aufwand für Versicherungen in die Höhe treiben.\“

Nachholbedarf bei Handel, Transport und Gesundheitsbranche

Insbesondere Firmen aus der Papier- und Forstwirtschaft (44 Prozent), dem Chemiesektor (43 Prozent), dem Bergbau (40 Prozent) sowie der Öl- und Gasindustrie (39 Prozent) berücksichtigen klimabedingte Finanzrisiken vergleichsweise häufig in ihren Unternehmensberichten. Auch in der Automobilbranche und bei Versorgern (jeweils 38 Prozent) ist das Bewusstsein für finanzielle Klimarisiken vergleichsweise hoch. Deutlicher Nachholbedarf besteht noch im Finanzdienstleistungsbereich, wo nur ein Viertel aller Unternehmen mit dem Klimawandel einhergehende Finanzrisiken in ihre Berichte einbindet (24 Prozent), im Handel (23 Prozent), im Transportwesen (20 Prozent) und im Gesundheitssektor (14 Prozent).

Hinweis: Unter dem Link https://www.climatetalkslive.org/ aggregiert KPMG in Zusammenarbeit mit dem UN-Klimasekretariat vom 6. bis zum 20. November Tweets rund um den Klimagipfel in Bonn

Pressekontakt:

KPMG AG
nWirtschaftsprüfungsgesellschaft
nMarita Reuter/Thomas Blees
nTel.: (0 30) 20 68-11 18 / -1408
nE-Mail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com
nKPMG im Internet: www.kpmg.de

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LaPresse: König Mohammed VI. von Marokko entlässt vier Minister und 15 hohe Beamte

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Rabat, Marokko (ots/PRNewswire) – Der König von Marokko, Mohammed der VI. hat 15 Ministern und hochrangigen Vertretern von Institutionen das Mandat entzogen. Laut einer Mitteilung des Königspalastes wurde die Entscheidung nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Rechnungshofes, Driss Jettou, getroffen.

Der Rechnungshof hat ein Versagen der vorherigen Regierung unter Führung von Allan Benkirane in mehreren Fällen festgestellt und verlautbart, dass viele Ministerien und Regierungsstellen ihren Verpflichtungen für die Umsetzung von Projekten nicht nachgekommen seien. Darüber hinaus rechtfertigten die abgegebenen Erklärungen nicht die Verzögerung bei der Ausführung des aktuellen Entwicklungsprogramms. Im Bericht wird erklärt, dass keine Fälle von Veruntreuung oder Unterschlagung stattgefunden hätten, doch im Hinblick auf die Bedeutung des Programms und der Partner sei es erforderlich, dass die Regierung und das Ministerkabinett auf Initiative des Innenministeriums die direkte Kontrolle übernimmt, insbesondere während der Anfangsphase.

Aus diesem Grund entließ der König: Mohamed Hassad (zuvor Minister für Berufsausbildung, Hochschulbildung und Forschung); Mohamed Nabil Benabdellah (zuvor Minister für Wohnungswesen, Stadtplanung und Stadtpolitik); El Houcine Louardi (zuvor Staats- und Gesundheitsminister) und Bencheikh Larbi, früherer Generaldirektor des Büros für Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung. Der König entschied sich auch, Ali Fassi Fihri abzusetzen, der Generaldirektor des nationalen Büros für Elektrizität und Trinkwasser war.

Ein Sprecher des Königs merkte außerdem das Missfallen das Souveräns an, der sich außerdem dazu entschieden hat, fünf Manager und vierzehn hohe Beamte der öffentlichen Verwaltung der letzten Regierung von zukünftigen Regierungspositionen auszuschließen. Gleichzeitig wies der König den Regierungsführer Saad Eddine Al Otman dazu an, Vorschläge für die Berufung neuer Regierungsmitglieder einzureichen.

Während Mohammed VI. die Anstrengungen der aktuellen Regierung würdigte, hielt er sie dazu an, die Implementierung der geplanten Projekte zu beschleunigen, gab Richtlinien aus, um Lehren aus den Schwierigkeiten zu ziehen, die beim Programm \“Manarat Al Moutawassit\“ aufgetreten sind, um Störungen zu verhindern, die seine Umsetzung in den verschiedenen Regionen des Königreichs gefährden könnten.

Pressekontakt:

Torino@lapresse.it, +39-011741307

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Rabat, Marokko (ots/PRNewswire) – Der König von Marokko, Mohammed der VI. hat 15 Ministern und hochrangigen Vertretern von Institutionen das Mandat entzogen. Laut einer Mitteilung des Königspalastes wurde die Entscheidung nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Rechnungshofes, Driss Jettou, getroffen.

Der Rechnungshof hat ein Versagen der vorherigen Regierung unter Führung von Allan Benkirane in mehreren Fällen festgestellt und verlautbart, dass viele Ministerien und Regierungsstellen ihren Verpflichtungen für die Umsetzung von Projekten nicht nachgekommen seien. Darüber hinaus rechtfertigten die abgegebenen Erklärungen nicht die Verzögerung bei der Ausführung des aktuellen Entwicklungsprogramms. Im Bericht wird erklärt, dass keine Fälle von Veruntreuung oder Unterschlagung stattgefunden hätten, doch im Hinblick auf die Bedeutung des Programms und der Partner sei es erforderlich, dass die Regierung und das Ministerkabinett auf Initiative des Innenministeriums die direkte Kontrolle übernimmt, insbesondere während der Anfangsphase.

Aus diesem Grund entließ der König: Mohamed Hassad (zuvor Minister für Berufsausbildung, Hochschulbildung und Forschung); Mohamed Nabil Benabdellah (zuvor Minister für Wohnungswesen, Stadtplanung und Stadtpolitik); El Houcine Louardi (zuvor Staats- und Gesundheitsminister) und Bencheikh Larbi, früherer Generaldirektor des Büros für Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung. Der König entschied sich auch, Ali Fassi Fihri abzusetzen, der Generaldirektor des nationalen Büros für Elektrizität und Trinkwasser war.

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Während Mohammed VI. die Anstrengungen der aktuellen Regierung würdigte, hielt er sie dazu an, die Implementierung der geplanten Projekte zu beschleunigen, gab Richtlinien aus, um Lehren aus den Schwierigkeiten zu ziehen, die beim Programm \“Manarat Al Moutawassit\“ aufgetreten sind, um Störungen zu verhindern, die seine Umsetzung in den verschiedenen Regionen des Königreichs gefährden könnten.

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